Die 🎦 Reportage des Monats auf ARTE
Inhalt der Reportage
❗️ Nur 20% der Arbeitskräfte im Büro seien mit ihrer eigentlichen Aufgabe beschäftigt ❗️ Unser Büroalltag entspreche dem Handbuch für Widerstandskämpfer zur ❌ Sabotage der feindlichen Kriegsmaschinerie (1). Diesen Vergleich zwischen Büroalltag und Sabotage zieht die mutige finnische Reportage „Arbeiten ohne Sinn“(2) auf ARTE ogy.de/9cgi (Dauer 78 Minuten, leider nur noch bis 12.12.23 online). Mit unmissverständlichen Statistiken und bewegenden Interviews mit Unternehmens-Leistungsträgern rüttelt sie auf. Die Hauptmethoden der Sabotage laut Handbuch für Widerstandskämpfer sind demnach (😉 Welche davon kommen Ihnen nicht bekannt vor?)
- „Unterbrich die Arbeit so oft wie möglich
- Setze Meetings an, wenn wichtigere Arbeit zu tun wäre
- Vervielfache den Papierkram
- Alle Entscheidungen werden von einem Komitee getroffen
- Halte Ansprachen und erörtere irrelevante Aspekte
- Drei Leute müssen zustimmen, wo einer ausreichen würde“ (1)
- „Unterbrich die Arbeit so oft wie möglich
Die Reportage weist nach, wie unser Büroalltag der Sabotage gleichkommt, der Sabotage an unserer Produktivität, Gesundheit und erfülltem Arbeiten. Hinzu kommt, dass wir keinen Weg finden, darüber zu sprechen – der Elefant im Raum, über den keiner spricht, als wäre er tabu. Dabei betrifft Arbeiten ohne Sinn jeden zweiten MitarbeiterIn und unter Millennials drei von fünf MitarbeiternInnen.
Die Reportage führt 6 👍 Lösungen zur Überwindung von Arbeiten ohne Sinn an (Zeitzähler 1:02:27)
- Sorgfältige, personenorientierte Stellenbesetzung
- Autonomes Arbeiten, Selbstorganisation
- Ehrliches Feedback, Anerkennung, aufrichtige Gespräche
- Gerechtigkeit
- Gemeinsame Werte
- Sinnvolles Arbeiten
📜 Fazit
Wir sehen die gestressten Gesichter, den Krankenstand und die Fluktuation im Unternehmen, wir spüren unsere eigene Belastung, und wir fragen uns: „Muss das so sein?“ Nach dieser Reportage scheint mir das Hauptproblem zu sein, dass wir über den Elefanten im Raum nicht sprechen. Mein Lieblingszitat aus der Reportage ist daher: „Man spricht nicht über seine Gefühle bei der Arbeit. Ständig spielt man etwas vor, nie kann man offen sein … Wir stecken fest in diesem surrealen Stück“ (1) (Zeitzähler 00:11:15). Die 6 👍 Lösungen der Reportage (siehe oben) sind überraschend ähnlich mit den Lösungen zweier anderer herausragender Studien zum Thema: Der MitarbeiterInnen-Engagement-Studie von Buckingham und Coffman (3) und dem New Work-Ansatz von Prof. Carsten C. Schermuly (4). Wir spüren täglich und stündlich, dass wir nicht produktiv und menschengerecht arbeiten.
Was Sie ✅ unternehmen können
Wenn Sie den Büroalltag in Ihrem Unternehmen wirklich ändern möchten, dann sind die 6 oben genannten Lösungsansätze der Weg. Die gemeinsamen Werte (Nr. 5) sind eher eine Voraussetzung. Das ehrliche Feedback (Nr. 3) zu geben und zu erfragen ist sicher der wirksamste Schritt. Klingt einfach und verständlich – ist es aber nicht. Vielmehr braucht es Zeit, die wertschätzende Haltung dahinter zu entwickeln. Mutige holen sich zu Beginn offenes und zugleich freundliches Feedback bei Ihren MitarbeiterInnen ab – z.B. mit einer Vertrauens-Selbstbild-Fremdbild-Gegenüberstellung oder mit dem „Heißen Stuhl“. So kommt der Zug der Veränderung garantiert in Fahrt.
❓ Sie haben eine Frage oder möchten sich über Ihre individuelle Situation im Hinblick auf sinnvolleres Arbeiten und die Umsetzung austauschen ❓ Buchen sie hier einen unverbindlichen 💬 Gesprächstermin. Ich freue mich auf unseren Gedankenaustausch.
Quellen
(1) Simple Sabotage Field Manual, US Office of Strategic Services, Loki’s Publishing, 1914
(2) Arbeiten ohne Sinn, ARTE (online nur noch bis 12.12.23), John Webster, 2022, Finnland
(3) First, Break all the Rules, Marcus Buckingham und Curt Coffman, 1999, New York City
(4) New Work – Gute Arbeit gestalten, Carsten Schermuly, 2019, Freiburg
Foto
Richard Meier-Sydow